Wenn der Rubel rollt – am besten ins Grün

In der stürmischen, rauen See des Wirtschaftssystems sind wir vielleicht das Plankton; deswegen aber keinesfalls bedeutungslos. Weil wir zum einen viele sind – quasi ebenfalls die größte „Ansammlung“ -, zum anderen, weil wir die Basis unserer Gesellschaft bilden. Durch unsere Entscheidungen können wir Unternehmen und ihre Produkte unterstützen oder blockieren. Und genauso bedeutungsvoll wie unsere alltäglichen Konsumentscheidungen, ist es deswegen auch, die richtige Bank zu wählen. Denn das Zusammenspiel von nachhaltiger Geldanlage und nachhaltigem Konsum ist nicht zu unterschätzen, wenn du wirklich etwas verbessern möchtest.

Wir also – der Krill der Wirtschaft – „ernähren“ die großen Projekte, Vorhaben und Konzepte: Wir legen unser Geld an und stellen somit das zur Verfügung, was die Banken verleihen. Und so werden die Grundsätze der Bank auch irgendwie zu unseren Grundsätzen. Es ist daher wichtig, dass wir uns darüber Gedanken machen, was mit unserem Geld passiert.

Private, große Geschäftsbanken betreiben meistens Lobbyarbeit, agieren oftmals mit prekären Finanzprodukten oder bescheren Investmentbankern Gehälter in unvorstellbarer Höhe. Stinkt Geld also vielleicht doch? Fest steht, dass allein die Undurchsichtigkeit für sich spricht, wenn es darum geht, wo das Geld letzten Endes hinfließt. Zu diesen privaten Banken gehören u. a. die Deutsche Postbank, Deutsche Bank, Commerzbank, ING-DiBa und die Hypovereinsbank.

Die Sparkassen, Genossenschaftsbanken und die Sparda-Bank sind da schon etwas schwieriger zu beurteilen. Häufig ist der Umgang mit dem Geld hier verantwortungsvoller, als bei den privaten Banken. Vielleicht haben sie auch gute Absichten, dennoch wird auf ökologische und ethische Anforderungen eher weniger Wert gelegt, dafür aber sind spekulative Investitionen doch noch durchaus gängig.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele der konventionellen Banken aufgrund von fragwürdigen Investitionen in der Kritik stehen. Diese umfassen Geschäftsbeziehungen mit korrupten Regimes, Nahrungsmittelspekulation und Investitionen in Rüstungsgeschäfte oder Atom- und Kohlestrom.

Somit liegt der Kontowechsel zu einer sozial-ökologischen Bank nicht nur nahe, sondern ist nahezu unabdingbar für einen nachhaltigen Lebensstil.

Aus der Sicht von Kunden funktionieren Öko-Banken genauso wie die konventionellen Banken auch. Du kannst ein Girokonto eröffnen, Sparkonten oder Tagesgeldkonten anlegen oder mit Aktien handeln. Der Unterschied besteht darin, was Gegenstand der Investitionsgeschäfte ist sowie in der Transparenz der Banken. Es wird wenig spekuliert, dafür die Konzentration auf ethische und ökologisch einwandfreie Maßnahmen gelegt, wie die Finanzierung von Solar- oder Windenergie oder die Achtung von Menschenrechten.

Im Dezember 2018 untersuchte die Verbraucherzentrale 14 ökologische Banken und bestätigte das Ergebnis, dass alle diese Banken bei ihren Geldgeschäften Unternehmen ausschließen, die Kinderarbeit dulden oder Arbeits- und Menschenrechte verletzen. Darüber hinaus garantieren sie, nicht mit Nahrungsmitteln zu spekulieren und kein Geld in Rüstungs- und Waffenindustrie fließen zu lassen. Auch Investitionen in Verbindung mit Glücksspiel sind bis auf eine Ausnahme ausgeschlossen.

Es geht also nicht nur darum, sich als Bank von kontroversen Metiers zu distanzieren (zu denen auch Gentechnik, Umweltverschmutzung oder Massentierhaltung gehören), sondern gezielt soziale und ökologische Geschäftsfelder zu unterstützen und Geld sinnvoll zu investieren. Genauere Ausschlusskriterien sind auf der jeweiligen Website der sozialen Banken zu finden.

GLS Bank

Eine der beliebtesten ethischen Banken in Deutschland ist die GLS Bank. Sie steht für klare Werte, nachhaltige Anlagepolitik und bezeichnet sich selbst als gläserne Bank; das angelegte Kapital sowie dessen Nutzung legt sie offen. Bei Geldanlagen kann der Kunde selbst entscheiden, ob diese in Bildung, Kultur, Soziales, erneuerbare Energien oder die Finanzierung nachhaltiger Projekte einfließen sollen.

Triodos Bank

Die Triodos Bank hat ihren Sitz in den Niederlanden und eine Niederlassung in Frankfurt am Main.  Investitionen fließen in Projekte zum Wohle der Gesellschaft, nachhaltigen Wohnungsbau, Beseitigung von Müll und der Förderung von Schul- und Pflegeeinrichtungen.

Umwelt Bank

Als eine „rein ökologische Bank“ finanziert die Umwelt Bank ausschließlich umweltfreundliche Projekte. Dabei liegen die Schwerpunkte des Bankgeschäfts in den Bereichen erneuerbare Energie, Blockheizkraftwerke, Niedrigenergiebauweise, umweltfreundliche Produktion und Recycling, Kreislaufwirtschaft sowie ökologische Landwirtschaft. Ein Girokonto kann bei der Umwelt Bank jedoch nicht eröffnet werden.

Ethik Bank

Ebenfalls sehr beliebt ist diese ethisch-ökologische Direktbank. Sie legt Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld der Kunden auf Grundlage strenger Anlagekriterien und ebenso auf Transparenz; wie und wofür Gelder verwendet werden, wird detailliert offengelegt. Außerdem unterstützt sie Förderprojekte. Bargeldabhebungen sind kein Problem; du kannst bei allen Genossenschaftsbanken abheben, die Mitglied im Girocard-Servicenetz sind.

Tomorrow Bank

Hierbei handelt es sich um eine junge Start-up Bank, die erst seit 2018 existiert und für zeitgemäße, nachhaltige Konten steht. Die Tomorrow Bank richtet sich in erster Linie an jüngere Kunden und ist bisher via Smartphone-App nutzbar. Die Möglichkeit der Online-Nutzung soll demnächst folgen.

Die Leitlinien der grünen Bank sind die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Alle Banken haben jedoch eins gemeinsam: Werte, Transparenz und das Ziel Mensch und Gesellschaft nachhaltig zu fördern. In puncto Gebühren sind die Ökobanken übrigens nicht teurer als die Konventionellen bzw. Privaten.

Wenn du dich noch weitergehend damit befassen möchtest, können auch Prüfsiegel ein hilfreicher Hinweis sein. So steht beispielsweise das FNG-Siegel für nachhaltige Geldanlagen; das der Fair Finance Guide Deutschland vergleicht die ökologische und soziale Bilanz deutscher Finanzinstitute und das ECOreporter-Siegel beurteilt Unternehmen, Fonds und andere Finanzprodukte. Durch dieses Siegel wird das Nachhaltigkeitsprofil untersucht, das der jeweilige Produktanbieter für sich definiert hat, und auch, ob diese Kriterien tatsächlich eingehalten wurden.

Interessant wäre es sicher auch, die eigene Bank einmal im Spiegelbild der sozialen Banken zu prüfen. Das kannst du zum Beispiel auf der Seite fairfinanceguide.de/.

Überlege, wo du dein Geld parkst und nimm Einfluss. Wenn schon Krill, dann kein gleichgültiger. So können wir eine gute Basis schaffen.

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