Ein paar Küchen-Zeilen und sechs Tipps

Was ist des Deutschen bester Freund – der Hund oder das Auto? Bestimmt beides. Vermutlich folgt dann aber gleich auf Platz drei: die Tupperdose! Wir verpacken ordentlich unsere Essensreste, stapeln und zippen was das Zeug hält und fast jeder verfügt über einen Tupperschrank.

Gleichwohl sollte gerade in der Küche Plastik nichts zu suchen haben, allein schon unserer Gesundheit zuliebe. Außerdem sieht es – mal ganz ehrlich – blöd aus.

Es stimmt, Plastik ist praktisch und einfach; aber macht auch viel kaputt. Der einfachste Weg ist eben nicht unbedingt der beste. Vermutlich sehen wir vor lauter Plastik die Alternativen nicht mehr.

Beim Einkaufen ist das nicht anders. Nach dem Wochenendeinkauf kommen wir mit haufenweise Verpackungsmüll nach Hause. Tatsächlich fallen weltweit 40 % des Plastikmülls für Einwegverpackungen an. Und weil To-Go schon lange auf dem Vormarsch ist (wir haben ja keine Zeit), füllen geschnippeltes Obst und fertige Salate – mit dem beigefügten  „Göffel“ – ganze Kühlregale in den Supermärkten. Gebäck und Süßigkeiten befinden sich oft in Tütchen, die in Tüten sind und das, was nicht aufgegessen wird, wird mit Frischhaltefolie umwickelt.

Die Quittung folgt auf dem Fuße: Oftmals nehmen Lebensmittel die Kunststoffe aus den Verpackungen auf und gelangen sodann in unseren Körper. Auch wenn Hersteller mit der BPA-freien Eigenschaft ihres Produktes werben, so finden sich doch andere gesundheitsschädigende Substanzen darin. Denn damit das Material die gewünschte Eigenschaft erhält, werden allerlei Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Weichmacher oder Flammschutzmittel beigemischt. Das Problem ist, dass diese Substanzen in den meisten Fällen nicht fest im Plastik gebunden sind und im Laufe der Zeit an uns oder die Umwelt abgegeben werden. 2018 stellte eine Studie der Medizinischen Universität Wien in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt Mikroplastik im Darm der Probanden fest. Auch frühere, andere Studien wiesen Bisphenol A und Weichmacher im menschlichen Blut nach.

Aber genug der haarsträubenden Fakten. Was also können wir tun, um das Plastik in der Küche (und in unserem Leben) zu reduzieren?

Grüne Tipps

Vorab sei zugegeben, dass es nicht viel neue Tipps gibt. Aber wir haben intensiv in den unendlichen Tiefen des World Wide Web gegraben und sind dabei auf ein paar schöne Anregungen gestoßen. Diese Tipps tauchen nicht überall als Erstes auf, sind leicht umzusetzen und wir finden sie einfach gut.

  1. Leiste etwas Forscherarbeit. Einer erfolgreichen Änderung geht eine Bestandsaufnahme voraus, damit man weiß, wo es anzusetzen gilt. Also werfe mal einen Blick in deinen Gelben Sack. Was kommt am meisten darin vor? Oder was findet sich immer wieder darin? Verpackungen von Milch, Reis oder Nudeln? Joghurtbecher und Einwegflaschen? Chipstüten und Schalen von Äpfeln und Tomaten? Aufschnittverpackungen? Schnapp dir Zettel und Stift und notiere, was dir auffällt und welche Produkte oft anfallen. Sinn der Sache ist nicht, ein schlechtes Gewissen zu bekommen, sondern einfach das Bewusstsein zu sensibilisieren und einen Überblick zu erhalten. Es ist das Hochkrempeln der Ärmel, bevor der Kampf gegen das Plastik beginnt.
  2. Dem folgt die logische Konsequenz und eine leicht durchführbare Anpassung beim Einkauf: Entscheide dich für die Variante im Glas! Joghurts und Milch gibt es auch in Pfandgläsern. Die leeren Gläser kannst du im Supermarkt zurückgeben; sie werden wiederverwendet. Oder du behältst einige davon selbst zur praktischen Aufbewahrung von anderen Lebensmitteln. Die Alternative beim Aufschnitt bietet die Frischetheke. Hier kann einiges an eingeschweißten Produktverpackungen eingespart werden. Mit ganz viel Glück bekommst du deinen Aufschnitt in Papier gewickelt gleich in einen mitgebrachten Edelstahlbehälter.
  3. So, nun hast du auch gleich die erste Alternative zu Plastikdosen. Das Müsli macht sich in einem großen Weckglas auch optisch viel besser. Lebensmittelvorräte sowie Essensreste kannst du in solchen Schraub- oder Bügel-Gläsern aufbewahren. Sehr praktisch sind auch Edelstahlboxen. Frischhaltefolie kann durch wiederverwendbare Wachstücher ersetzt werden. Und was Reste-Aufbewahrung im Kühlschrank angeht, ist die Abdeckung im Großeltern-Style noch immer praktikabel: Teller drauf!
  4. Jetzt geht’s ans Kochen. Setze auf einmal Gusseisen, anstatt in regelmäßigen Abständen auf Teflon. Bei den handelsüblichen Pfannen ist in der Regel nicht nur der Griff aus Plastik, auch das Innere der Pfanne ist mit einer Kunststoffschicht versehen (PTFE). Mit jedem Einsatz der Pfanne gelangen Teilchen dieser Schicht in die Lebensmittel und irgendwann wird die Beschichtung löchrig – wir essen in der Tat die Kunststoffschicht auf. Eine Eisenpfanne hält bei richtiger Pflege nahezu unbegrenzt. Durch sie meidest du eventuelle Risiken und tust deiner Gesundheit etwas Gutes. Statt Kunststoff gelangt ein wenig Eisen – ein wichtiges Spurenelement – in die Mahlzeit. An der Stelle noch eine kurze Anmerkung zum Ofen: Wenn du den Backofen nicht vorheizt, sondern das Gericht dafür etwas länger drinstehen lässt, spart das trotzdem noch bis zu 20 % Strom.
  5. Fehlt nur noch die richtige Würze! Pflanze deine eigenen Kräuter an, dann musst du sie nicht in Plastik verpackt einkaufen und ein besseres Aroma geben sie sowieso. Dazu braucht es keinen Garten; Töpfe auf dem Balkon oder auf der Fensterbank tun es genauso gut. Außerdem sieht das hübsch aus und macht das Zuhause lebendiger.
  6. Einkauf und Zubereitung können also auch Plastik-minimierter ablaufen. Aber hast du dich schon mal gefragt, wie viel Müll wohl Müllbeutel machen? Das können wir uns getrost sparen; mit einer Zeitung unten im Mülleimer funktioniert das ebenso; zwischendurch den Eimer mal kurz ausspülen und schon ist der Müllbeutel überflüssig.

Altbewährte Alternative

Pfannenwender, Salatbesteck und Kochlöffel aus Edelstahl, Holz oder Bambus sind immer wieder eine Überlegung wert. Allerdings sind bei Küchenutensilien und Geschirr aus Bambus darauf zu achten, dass kein Melamin enthalten ist. Das stellt ein schwieriges Unterfangen dar, da die Materialangaben zu wünschen übriglassen; eine Kennzeichnungspflicht des Herstellers besteht nicht. Im Zweifelsfall wären hier reine Holzprodukte die bessere Wahl.

Vielleicht bist du auch schon auf einige Alternativen, wie wiederverwendbare Strohhalme oder  Kaffeefilter aus Baumwolle umgestiegen; ernährst dich mehr veggi, meidest Produkte mit Palmöl oder trinkst Leitungswasser aus der Glasflasche und rüstest dich zum Einkaufen mit Einkaufsnetzen und Stoffbeuteln aus (z. b. die mit einem süßen Panda drauf 🙂 ). Das finden wir großartig!

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