Gib´ der Nachhaltigkeit einen Raum

Wessen Funktion wird oft unterschätzt, gelegentlich sogar stiefmütterlich behandelt, obwohl wir dort regelmäßig Zeit verbringen? Die des Badezimmers. Das Bad ist der Raum, der von den meisten morgens als erstes betreten wird und in dem wir in aller Frühe in die Realität zurückfinden. Also sollte doch das Badezimmer ein Ort zum Wohlfühlen sein; eine gesunde Umgebung, die uns nicht schadet.

Der letzte Artikel zeigte, wie dringend notwendig es ist, gemeinsam aktiv zu werden und Plastik-Detox einzulegen, um eine von Erfolg gekrönte Wirkung zu erreichen.

OK – so weit, so nachhaltig. Aber wo fängt man am besten an? Und ist das nicht ziemlich aufwendig? Richtig, es gehört ein bisschen Bemühen dazu. Und im Supermarkt um die Ecke alles zu bekommen, was man braucht, ist schon super praktisch.

Letzten Endes ist das worauf es ankommt, guter Wille und Engagement, um den Konsum bewusst zu steuern und nachhaltiger zu leben. Schwer ist das nicht. Wo ein Wille ist, ist auch Trampelpfad, der sich weiter ausbauen lässt; dahingehend Plastik zu meiden und sich auf wiederverwendbare Artikel zu konzentrieren. Wenn wir mehr Produkte verwenden, deren Ressourcen erneuerbar sind, geben wir unserer natürlichen Umwelt Zeit zum Regenerieren und Nachwachsen. Ihr Bestand baut sich von selbst wieder auf, sodass wir auch künftig von ihr versorgt werden; eine Green-Win Situation sozusagen.

Wie bei anderen angestrebten Veränderungen oder Zielen gilt auch hier: nicht alles auf einmal zu wollen. Mache einen kleinen Anfang und arbeite dich vor. Schließlich ist unser Konsumverhalten Gewohnheitssache und Gewohnheiten haben es so an sich, dass sie sich nicht so schnell ändern lassen.

Den ersten Schritt hast du schon getan, indem du dich mit der Thematik auseinandersetzt. Überlege, was du tun kannst – etwas, das für dich umsetzbar ist. Was passt zu deinem Leben? Welche Kleinigkeit könntest du im Alltag ändern? Vielleicht findest du bei unseren Anregungen etwas für deinen müllfreien Trampelpfad.

Wer Nachhaltigkeit zu seiner (Morgen-)Routine macht, findet viele entsprechende Alternativen zu den üblichen Badezimmer-Produkten. Und das Schöne daran ist, dass es hier inzwischen umfangreiche Möglichkeiten gibt.

Weil Bambus ein toller Rohstoff ist, überrascht es nicht, dass dieses Material auch bei Badezimmer-Produkten eine optimale Gegenlösung ist. Mit Bambus, Holz und Co. setzt du auf Produkte, derer du dich mit einem guten Gefühl entledigen kannst – wenn sie nicht sogar dauerhaft verwendet werden können. Ganz abgesehen davon, macht sich Holz im Badezimmer immer gut.

Weil Bambus ein toller Rohstoff ist, überrascht es nicht, dass dieses Material auch bei Badezimmer-Produkten eine optimale Gegenlösung ist. Mit Bambus, Holz und Co. setzt du auf Produkte, derer du dich mit einem guten Gefühl entledigen kannst – wenn sie nicht sogar dauerhaft verwendet werden können. Ganz abgesehen davon, macht sich Holz im Badezimmer immer gut.

Nachhaltig durch den Alltag

Viele der gängigen Gebrauchsgegenstände lassen sich durch umweltfreundlichere Varianten austauschen. Bei der Zahnreinigung kannst du auf Bambus-Zahnbürsten zurückgreifen, deren Borsten ebenfalls aus Bambus(viskose) sind. Zahnpasta ist in recycelbaren Tuben erhältlich, als vegane und Plastik-freie Version des Üblichen. Es gibt auch Zahnputztabletten; doch die mögen nicht für jeden etwas sein. Ganz natürlich pflegt Zahnseide aus Maisseide und mit Candelillawachs. Die kommt im hübschen Glasfläschchen verpackt daher und ist so nebenbei auch eine Deko mit praktischem Nutzen.

Keine haarige Angelegenheit sind Bürsten aus Bambus oder Holz. Solche umweltschonenden Entsprechungen sind auch bei Nagelbürsten, Kämmen und WC-Bürsten erhältlich.

Für die Haut- und Körperpflege eignen sich die waschbaren Abschminkpads sehr gut. Und auch Wattestäbchen bekommst du aus Bambus oder Papier, was sie zu 100 % biologisch abbaubar macht. Mit Peeling Handschuhen aus Luffa oder Sisal bekommst du einen schönen Teint, ohne dir Mikroplastik in Form eines Peelings in die Haut massieren zu müssen.

Pflegeprodukte sind oft gleich in zweifacher Hinsicht mit Mängeln behaftet. Zum einen durch die Verpackung, zum anderen durch die Inhalte. Da man als Laie ziemlich gutgläubig-unwissend einkauft, bräuchte es manchmal einen Dolmetscher, um die ganzen Angaben der Inhaltsstoffe zu verstehen. Ganz kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Beginn von Wörtern mit „Poly…“ ein sicherer Hinweis auf Kunststoff ist. In der Regel werden sie mit Kürzeln versehen wie: PE, PP, PPG, PET, PUR, PAK, PA oder sie stecken in der Bezeichnung „Acrylates“ – um nur einige zu nennen.

Allein ein Blick auf die Menge der Inhaltsstoffe macht auch ohne Dolmetscher die Unterschiede offensichtlich:

Dies sind die Inhaltsstoffe eines bekannten Duschgel-Herstellers:

Aqua, Sodium Laureth Sulfate, Glycerin, Cocamidopropyl Betaine, PEG-7 Glyceryl Cocoate, Parfum, Glyceryl Glucoside, Butyrospermum Parkii Butter, Sodium Chloride, Polyquaternium-7, Citric Acid, PEG-40 Hydrogenated Castor Oil, Styrene/Acrylates, PEG-200 Hydrogenated Glyceryl Palmate, Sodium Benzoate, Linalool, Limonene, Citronellol, Coumarin, Butylphenyl Methylpropional, Benzyl Alcohol

Und das sind die Inhaltsstoffe einer Bio-Duschseife:

verseiftes Olivenöl, verseiftes Kokosöl, verseifte Sheabutter, Wasser, verseifte Aloe-vera-Butter, ätherisches Zitronengrasöl, ätherisches Eukalyptusöl, Mohn, Citral, Eugenol, Linalool, Geraniol, Limonen Citronellol

Es geht noch besser, mit dieser Aleppo-Seife:

Sodium Olivate (verseiftes Olivenöl), veget. Glycerin (rein pflanzliches Glycerin*), Aqua (Wasser)

Manchmal ist weniger eben doch mehr. Zur Pflege beim Duschen sind Duschseifen die erste Wahl, meist in Säckchen aus weicher Baumwolle oder Sisal gehüllt. Letztere haben auch gleich einen Peeling-Effekt. Und auch bei Deos finden sich natürliche Gegenstücke. Deo Cremes oder feste Deos wirken schon aufgrund ihrer Inhaltsstoffe viel erfolgreicher. Viele verfügen über Zinkoxid, was von Natur aus antibakteriell wirkt. Dazu enthalten sie viele andere natürliche Stoffe und kommen dafür ohne Aluminium, Nanopartikel oder Alkohol aus. Sie produzieren weniger Müll und sind unglaublich ergiebig. Ein weiterer, kleiner Schritt in die richtige Richtung ist der Umstieg von Seifenspendern auf Nachfüllpackungen. Allein diese kleine Änderung reduziert den Müllverbrauch um ein Großes. Oder du probierst mal eine Naturseife in einer hübschen Schale aus und hast so gleich wieder etwas fürs Auge.

Grüne Einrichtung

Für ein flauschiges Wohlgefühl sind Handtücher, Bademäntel und Badematten einfach wichtig. Stoffe, die in direktem Hautkontakt stehen, sollten mit Bedacht gewählt werden. Gütesiegel und Zertifizierungen helfen dir hier weiter.  Siegel wie Global Organic Textile Standard, Öko Tex Standard oder Cotton Made in Africa garantieren ein Produkt, das keine gesundheitsschädlichen Chemikalien enthält und das unter nachhaltigen sowie fairen Bedingungen hergestellt wurde.

Setze bei der Einrichtung auf Stein, Holz und Glas. Regale oder Schränkchen aus (FSC-zertifiziertem) Holz geben dem Badezimmer eine warme Atmosphäre. In Körben aus Seegras lässt sich viel verstauen und durch die natürliche, beruhigende Optik kommt ein richtiges Wellness-Feeling auf. Naturmaterialien verleihen einfach ein gutes Gewissen und Gefühl. Allerdings sollten die Utensilien in ihrer Beschaffenheit auch dem Verwendungszweck entsprechen. So eignet sich eine Seifenschale aus Steingut besser, als eine aus Holz.

Eine Schwachstelle bei den nachhaltigen Alternativen sind Duschvorhänge. Andere sinnvolle Optionen gibt kaum; doch kannst du hier schadstoffarmen, PVC-freien Varianten den Vorrang geben.

Zu guter Letzt gibt es noch eine Sache die im Familienbad nicht fehlen darf: Spielzeug. Badespielzeug aus Naturkautschuk ist eine gute Alternative und dünstet keine Schadstoffe aus. Mal ganz realistisch betrachtet: So ganz ohne Verpackungen kommen wir aber doch nicht aus. Zumindest in den meisten Fällen. Hier ist „Upcycling“ das Zauberwort. Manche Verpackungen oder Tiegel lassen sich als Aufbewahrungsbehälter oder Schmuckdöschen weiterverwenden oder vielleicht auch als Geschenkverpackung.

Wasser, Strom und eine saubere Sache

Wasser zu sparen ist immer angebracht – ganz besonders gilt das für warmes Wasser, aufgrund des Energieverbrauchs. Vielleicht kannst du deinen Warmwasserverbrauch reduzieren? Ein niedrigerer Energieverbrauch ist nicht nur gut für die Spardose, sondern auch für die CO2-Emissionen. Ein paar kleine Änderungen im Verhalten, haben auch hier eine große Wirkung: lieber Duschen statt Baden, beim Duschen zwischendurch mal das Wasser abdrehen (oder zumindest runter) und selbiges beim Zähneputzen oder Rasieren nicht laufen lassen.

Lassen wir uns beim sparsameren Wasserverbrauch doch vom Fortschritt der Technik unter die Arme greifen. Wasserhähne und Duschköpfe mit Wassersparfunktion reduzieren per Strahlenregler Wasser und Energie, ohne dass es auffällt. Wasserhähne mit Sensoren sparen ebenfalls Wasser. Sie lassen das Wasser erst laufen, wenn die Hände unter dem Hahn sind.

Und wie sieht es eigentlich mit dem Licht aus? LED Leuchtmittel sparen ebenfalls Energie. Ein kleiner Vergleich zeigt das deutlich: Um das Licht einer 60-Watt-Glühbirne zu erzeugen, benötigt eine Halogenlampe 40 Watt, eine Energiesparlampe kommt mit 20 Watt klar und eine LED-Lampe braucht ganze acht Watt. Dafür hat die Letztere eine Leuchtdauer von 50.000 Stunden.

Am Ende wird schnell nochmal durch geputzt; mit ökologischen Wasch- und Putzmitteln. Chemikalien und Tenside sind nämlich nicht nötig, um alles sauber zu halten. Ein Blick in Omas Haushaltstrick-Repertoire bringt uns wieder zurück zum Ursprünglichen. Hausmittel wie Zitronensäure, Essig oder Natron sparen Geld und Plastikmüll, sind gut für Gesundheit und Umwelt und ersetzen eine Menge an Reinigungsmitteln. Denn die ganze Batterie an Chemiekeulen aus dem Supermarkt aufzufahren, um für jeden dreckigen Fall ausgerüstet zu sein, ist absolut nicht erforderlich.

Das Beste kommt zum Schluss: jetzt tätig werden! Alle diese Anregungen zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, die ersten Schritte zu unternehmen. Also: Wo nochmal am besten anfangen? Na, hier – mit ein oder zwei Tipps aus unserem Sammelsurium. Weil es machbar ist – und sich einfach gut anfühlt.

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